• Aktive Sommerfrische im Salzkammergut
    Still oder Prickelnd

    Entdecken Sie die Seensuchts-Roas!

DIE SEENSUCHTS-ROAS

Aktive Sommerfrische im Salzkammergut. Spiegelglattes Wasser, weit draußen wartet ein Fischer geduldig in seinem schmucken Holzboot auf den morgendlichen Fang und die Morgensonne taucht die umliegende Hügelwelt in zartes rosa. Bis auf vereinzeltes Vogelgezwitscher herrscht absolute Stille am Fuschlsee, als wir langsam die letzten Sprossen der Leiter ins Wasser steigen. Gestern am späten Nachmittag sind wir hier angekommen, haben ein gemütliches Zimmer mit Blick auf den See bezogen und dann ohne Umwege das erste Bad genommen. Was für ein Gefühl, endlich wieder das prickelnde Nass des Salzkammerguts auf der Haut zu spüren. Wie sehr kann man einen Ort eigentlich vermissen? Immer wieder kommen wir hierher, lassen uns an einem der Seen nieder, gönnen uns eine Auszeit und genießen die Sommerfrische in vollen Zügen. Diese hat ja im Salzkammergut eine lange Tradition. Nicht nur den Adel, allen voran natürlich ‚unseren’ Kaiser Franz-Josef samt Hofstaat, zog es in den Sommermonaten in Österreichs "10. Bundesland". Auch das Bürgertum, Künstler und Komponisten schätzten den sonnigen Tapetenwechsel im 19. und 20. Jahrhundert und frönten dem ländlichen Leben am Wasser mit großer Begeisterung. An der Anziehungskraft der Region zwischen glitzernden Seen, grünen Hügeln und felsigen Bergen hat sich bis heute nichts geändert. Langsam schwimmen wir Tempo für Tempo durchs Wasser, sehen der Ortschaft Fuschl am See beim Aufwachen zu und freuen uns auf das vor uns liegende Abenteuer. Bei einem unserer ersten Besuche hier erzählte ein freundlicher Wirt drüben am Attersee, dass im Salzkammergut jeder genau den Urlaub erlebt, den er gerade braucht und auf den er Lust hat. Ein Satz, der sich in den vergangenen Jahren für uns vielfach bewahrheitet hat und den wir diesmal ebenso auf die Probe stellen werden. Denn auch wenn wir problemlos eine ganze Woche am Fuschlsee bleiben könnten, steht uns diesmal der Sinn nach ganz Anderem: nach der Seensuchts-Roas, die uns in den kommenden fünf Tagen an vier Seen und auf so manchen Gipfel führen wird.

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Von See zu See 2018

Sie wollen das Salzkammergut auf eine sportliche und aktive Art und Weise kennen lernen? Dann ist dieses Urlaubsangebot genau das richtige für Sie.
Genießen Sie zahlreiche naturbelassene Landschaften, einzigartige Ausblicke und erleben Sie Ihre persönliche Sommerfrische in den Regionen Fuschlsee, Wolfgangsee, Mondsee und Attersee.

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Package Leistungen pro Person

1. Mai bis 15. Oktober

  • 6 x Übernachtungen in einem Hotel inkl. Frühstück
  • 1 x Übernachtung im Berghotel Schafbergspitze inkl. Frühstück
  • Täglicher Gepäcktransfer
  • 3 x Tage E-Trekking-Bike Verleih inkl. Helm
  • 1 x Kanu Verleih
  • 1 x Berg- oder Talfahrt auf den Schafberg
  • 2 x Wolfgangsee Schifffahrt (St. Gilgen-Fürberg, Schafbergbahn-Fürberg)
  • 1 x Hochwertige Komperdell Teleskop Wanderstöcke
  • Parkplatzgebühr für 8 Tage
  • 1 Wanderkarte

*** Hotel: Pro Person im Doppelzimmer im AB € 799,00
**** Hotel: Pro Person im Doppelzimmer im AB € 939,00

Unverbindliche Anfrage

(*) Pflichtfelder

Mit der Fuschlerin über den See

Nachdem wir also wieder gepackt und mit der netten Pensionswirtin noch einen Kaffee am Hausbankerl getrunken haben, wird es für uns ernst und wir brechen auf zur ‚Fuschlerin’. Die Zille, die regelmäßig zwischen der Fuschler Promenade und der Schlossfischerei beim Schloss Fuschl am anderen Ende des Sees verkehrt, ist einzigartig und eine Fahrt ist ein Muss bei jedem Besuch. Majestätisch gleitet das Holzboot über das Wasser, vorbei an hübschen Häusern und ersten Badegästen in den vielen versteckten Buchten. Was für ein wunderbares Panorama sich einem hier draußen auf die umliegende Bergwelt eröffnet. Auch die Spitze des Schafbergs taucht hinter den Hügeln auf. Ein Berg der auf unserer Rundreise noch eine große Rolle spielen wird. Unser Gepäck haben wir in der Pension gelassen. Später wird es abgeholt und wartet bei unserer Ankunft am Wolfgangsee in unserem Zimmer. Ein toller Service und eine riesige Erleichterung für uns, da eine Wanderung mit leichtem Rucksack einfach viel mehr Spaß macht. In der Fischerei herrscht bereits reger Betrieb und entgegen unserem Vorhaben gleich loszuwandern, zieht uns das Treiben in seinen Bann und wir sehen eine Zeit lang vergnügt zu. Fische werden zum Räuchern vorbereitet, Feuer entzündet und dazwischen die ersten Besucher herzlich empfangen. Der Fischermeister erzählt uns, dass die Fischerei bereits mehrere Jahrhunderte besteht und unter anderem den Salzburger Fürstenhof mit frischen Hechten, Rutten, Aiteln, Forellen und Barschen versorgte. Heute ist sie weit über die Grenzen der Region für ihre Qualität und den einzigartigen Geschmack bekannt. Selbstredend, dass wir diese Spezialität unbedingt probieren wollen und so lassen wir uns einen der frischen Räucherfische für später einpacken. Die immer höher stehende Sonne mahnt zum Aufbruch, wir binden noch einmal die Wanderschuhe und marschieren los. Unsere heutige Etappe soll uns vom Fuschlsee an den Wolfgangsee führen.

Kurz nach der Fischerei erreichen wir das majestätische Schloss Fuschl, auf das wir bereits während der Fahrt viele Blicke werfen konnten und das uns auf der Wanderung optisch wohl noch eine Zeit lang begleiten wird. Erbaut wurde es im 15. Jahrhundert und diente viele Jahre als Jagdschloss, bevor es zum Hotel umgebaut wurde. Größte Bekanntschaft erlangte es jedoch als Drehort für den 1955 gedrehten ersten Teil der Sissi-Trilogie, in dem es das ebenso malerisch gelegene Schloss Possenhofen in Bayern darstellt. Munter wandern wir über Stock und Stein, sehen einladende Buchten und begegnen immer wieder Spaziergehern am malerischen Fuschlseerundweg. Zurück in Fuschl am See lassen wir das Wasser hinter uns und marschieren vorbei an der bekannten ‚Rumingmühle’ über das lauschige Ellmautal zum Mozartblick und weiter auf den Sulzberg. Übrigens die erste Etappe der 4 Berge/ 3 Seen Mehrtageswanderung. Nach kurzem Umweg über die Sausteigalm werden wir mit einer außerordentlichen Aussicht ins Salzkammergut belohnt und genießen unseren mitgebrachten Fisch. Der folgende Abstieg führt uns an den hübschen Ort St. Gilgen am Fuße des Zwölferhorns. Nach einem schnellen Besuch in unserer Pension geht’s dann gleich zum Baden. So schön es auch ist, durch Wälder und auf Gipfel zu wandern – es geht nichts über den Sprung ins Wasser nach einem anstrengenden Tag. Genug für heute, wir gehen früh ins Bett und freuen uns auf morgen.

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Über den See und auf den Berg

St. Gilgen und der Wolfgangsee zeigen sich am Morgen von ihrer besten Seite. Duftender Kaffee empfängt uns in den engen Gässchen und wir können gar nicht anders, als diesem zu folgen und mit Blick auf das spiegelglatte Wasser gemütlich zu frühstücken. Ein Wasserskifahrer zieht seine engen, eleganten Kurven, in Hoffnung auf guten Wind werden die Segel auf schneeweißen Segelbooten aufgezogen und oben am Zwölferhorn starten die ersten Paragleiter. Auch das ist Sommerfrische. Zeit zum Aufbruch, schließlich gilt es ein Schiff und später eine Bahn zu erreichen. Badesachen und ein Fernglas in den kleinen Rucksack gepackt und schon geht es zur Anlegestelle der Linienschifffahrt. An Bord der MS Salzburg entern wir das Oberdeck und genießen noch einmal den Blick auf St. Gilgen. Mondäne Architektur, gepaart mit dörflichem Idyll – sie stehen für den Charme des Ortes. Die Mutter von Wolfgang Amadeus Mozart stammt von hier, und auch seine Schwester Nannerl lebte viele Jahre hier am Ufer des Wolfgangsees. Rund 120 Jahre später kam Karl von Frisch ebenfalls häufig nach St. Gilgen. Zur Sommerfrische. Hier hat er auch die entscheidenden Versuche durchgeführt, die schließlich zur Entschlüsselung des Bienentanzes, also der Sprache der Bienen, führten. Ein summendes Bienchen, die es sich auf unserem Rucksack bequem macht, holt mich zurück aus meinen Gedanken. Majestätisch liegt der Falkenstein vor uns. Mit seiner mächtigen, in den See abfallenden Wand, ist er nicht nur optisch die Trennung zwischen St. Gilgen und St. Wolfgang. Ein Gehweg über den Berg ist die einzige Verbindung zwischen den beiden Orten. Gut versteckt ist die Liebesbucht, die idyllisch und von dichter Vegetation verborgen, unterhalb der Falkensteinwand liegt. Wer den Weg dorthin nicht kennt, der findet ihn nie. Wir hatten vor einigen Jahren einmal das Glück, diesen von befreundeten Einheimischen gezeigt zu bekommen und freuen uns, sie vom Deck des Schiffes aus wieder einmal zu erblicken.


Strobl, einer der drei Orte am Wolfgangsee lacht uns förmlich schon entgegen als wir mit dem Schiff hier anlegen. Der Name Strobl leitet sich von „struppiger Mann“ ab, ein rauer Bursche der hier vor 1587 gelebt hat – und so bekannt war, dass sogar Heinrich Hoffmann diesen für seinen Struwwelpeter als Namenspatron hernahm.
In Strobl genießen wir einen leichten Sommerspritzer an einer der schönsten Seepromenaden im Salzkammergut und ab geht’s mit dem Leihfahrrad am traumhaften Radweg unmittelbar entlang des Wolfgangsees nach Abersee; hier radeln wir zur Bedarfsüberfuhr. Die Fährschiffe verkehren hier nach Bedarf und bringen Wanderer und Radfahrer nach St. Wolfgang (und holen diese von dort – gerufen durch ein Klingelzeichens) auch wieder ab.

In St. Wolfgang spazieren wir wenig später durch den Markt und beobachten das rege Treiben. Vieles erinnert die Operette „Im weissen Rössl“ und an die Verfilmung mit Peter Alexander. Nach einem Mittagessen auf der Seeterrasse des ‚Weissen Rössls’ wird es für uns Zeit, zur Schafbergbahn aufzubrechen. Schließlich wollen wir ganz in der Nähe der Bergstation, auf gut 1.782 Metern Seehöhe nächtigen. So wie vieles im Salzkammergut steht die Geschichte der Zahnradbahn in enger Verbindung mit der Liebe des Kaisers Franz Josef zu dieser Gegend und der rasch aufkeimenden Sommerfrische. Musste ‚die Herrschaft’ anfänglich noch mit Sesselträgern über den Kaiser Franz Josef zum 1862-1864 erbauten Hotel Schafbergspitze, übrigens dem ersten Berghotel Österreichs, getragen werden, so eröffnete man am 1. August 1893 feierlich eine Bahn, die den Aufstieg wesentlich erleichterte. Direkt vom Ufer verläuft die Strecke noch heute auf knapp sechs Kilometern über die Schlafbergalm zum Gipfel und eröffnet den Passagieren ungeahnte Blicke über das Salzkammergut. Oben angekommen erkunden wir als erstes den Berg. Denn zu sehen gibt es jede Menge auf den sanften Almwiesen, die Richtung Attersee und Mondsee schroff in einer Felswand abbrechen. Erstmal erblicken wir alle vier Seen unserer Tour von einem Punkt aus. Unzählige Fotos sind das Ergebnis dieses großartigen Blickes. Aus der Vogelperspektive sehen wir uns an, was bereits hinter und was noch vor uns liegt. Beim Abendessen genießen wir den Sonnenuntergang aus dieser völlig neuen Perspektive, stoßen mit einem Glas Rotwein auf die kommenden Tage an und kuscheln uns relativ früh in unsere Betten.

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Am Weg nach Schwarzindien

Auch wenn auf der Schafbergspitze morgens natürlich kein Hahn zu hören ist, sind wir früh munter und begeben uns noch bei Sonnenaufgang zum Frühstück. Wie sich doch die Welt in unterschiedlichem Licht immer wieder neu präsentiert! Silbern liegen die Seen unter uns und gemeinsam mit dem Dunkelgrün der Wälder und Wiesen malt die Natur ein mystisches Bild. Wenn das Bett auch noch so gemütlich war – wir wollen weiter. Schnell werden die Bergschuhe gebunden, leichte Jacken angezogen und auf geht’s zurück ins Tal. Heute steht die längste Etappe unserer Tour auf dem Plan. Über die Schafbergalm steigen wir nach Winkl zwischen Wolfgang- und Mondsee ab, gehen entlang des Salzkammergut Weitwanderwegs über St. Lorenz nach Mondsee. Andächtig genießen wir an der Himmelspforte das schöne Panorama und begeben uns auf unseren Marsch. Immer wieder begegnen wir am Weg der Zahnradbahn und blicken einer Vielzahl von Kameras entgegen. Offenbar eignen wir uns ganz gut als Fotomodels für die Gäste aus aller Herren Länder. Bei der Schafbergalm verlassen wir dann den Weg nach St. Wolfgang und wandern über griffige, teilweise etwas steilere Wege Winkl entgegen. Dort erwartet uns mit Schloss Hüttenstein am Krottensee ein weiteres Kleinod aus vergangenen Tagen. Schwer beeindruck von der Schönheit dieses neugotischen Prunkstücks wickeln wir unsere mitgebrachte Jause aus und gönnen uns eine kurze Pause am Wasser.

Der Weg verläuft jetzt erstmal flach dem Tal entlang, wir passieren den Eibenberg im Westen und wandern munter dem Almkogel entgegen. Am Gipfelkreuz des gut 1.000 Meter hohen Berges liegt er dann in all seiner Pracht vor uns: See Nummer 3, der Mondsee. An dessen Westufer geht es über St. Lorenz dem Wasser entlang, wir beobachten die Golfer im Golfclub am Mondsee bei ihrem Spiel und erreichen schließlich Schwarzindien. Für alle, die noch nie am Mondsee waren: ja, dieser Ortsteil am Mondsee heißt wirklich so! Zu ihrem Namen kam er vor rund 130 Jahren, als die Sommerfrischler die einheimische Jugend ob ihrer Sonnenbräune scherzhaft Schwarzindianer nannten. Einige Jahre später wurde die Ortschaft dann offiziell Schwarzindien genannt und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

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Wie eine Basilika weltberühmt wurde

Weit haben wir es jetzt nicht mehr nach Mondsee und so erreichen wir schnell das örtliche Strandbad, wo wir uns überaus verdient in die Fluten stürzen und uns ein Eis gönnen. Am Abend lassen wir den Tag bei einem langen Spaziergang noch einmal Revue passieren, besuchen den malerischen Ortskern, speisen vorzüglich in einem der tollen Restaurants am Platz während wir der Live-Musik lauschen und besuchen die beeindruckende Basilika im letzten Schein der Sonne. Bereits 784 wurde das nunmehr ehemalige Benediktinerstift von einem Bayernherzog gegründet, 1470 dann zum heutigen Erscheinungsbild umgebaut. Weltberühmt wurde die Basilika im Jahr 1965, als sie im Film ‚Sound of Music’ in den Hochzeitsszenen zu sehen war. Anmerkung zum heutigen Tag: Es war wunderschön durch das Salzkammergut zu wandern, trotzdem freuen wir uns auf die morgige Radtour.

Neuer Tag, neues Spiel. Oder besser gesagt, neue Etappe. Schäfchenwolken am Himmel kündigen schönes, beständiges Wetter an. Raus aus dem Bett und, das ist neu, rein in die Fahrradklamotten. Wir haben uns entschieden, ein Rennrad und ein E-Bike auszuborgen um die unterschiedlich ausgeprägte Kondition auszugleichen. Einer tollen Radtour entlang des Mondsees und dann später des Attersees nach Seewalchen steht so nichts mehr im Wege. Nachdem die Räder angepasst und die Helme ausgesucht sind, fahren wir noch einmal an der Basilika vorbei, um diese auch im Tageslicht bewundern zu können. Was für ein Anblick. Langsam kommen wir in die Gänge, radeln entlang des Süd-West-Ufers des Sees und genießen die warmen Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Immer wieder beobachten wir die Kletterer im Drachenwand-Klettersteig auf ihrem Weg nach oben. Kurz nach Scharfling verlassen wir die Straße zum Wolfgangsee und halten in östlicher Richtung auf den Attersee zu. Direkt nach dem Tunnel halten wir und genießen den Blick zurück über den Mondsee. Steil fällt der Schafberg über uns ab und zeigt uns das andere Bild des von weitem unverkennbaren Berges. Nahe des Ufers ragt ein Fels aus dem Wasser, auf dem zwei Kreuze stehen. Kreuzstein, nennt er sich. Der Legende nach sollen die Kruzifixe an einen Pferdekutschenunfall im 18. Jahrhundert erinnern, bei dem alle Insassen ertrunken sind. Wahrheit oder Märchen? Wir wissen es nicht. Tatsache ist allerdings, dass Kreuzstein einer der schönsten Plätze des Sees ist.

Bei Au lassen wir den Mondsee hinter uns. Schon bald, direkt nach einer Kurve, erhaschen wir dann den ersten Blick auf den vierten See unserer Tour, den Attersee. Dieser ist als größter Binnensee Österreichs auch der Größte des Salzkammergutes und heißt uns an diesem Tag mit tiefblauer Farbe willkommen. Bei Unterach entscheiden wir uns spontan für das Ostufer mit Burgau, Weißenbach, Steinbach, Weyregg und Schörfling. Wie in Zeitlupe ziehen die Orte, herrschaftliche Anwesen und ein bunter Reigen an Sommerfrischlern an uns vorbei. Etliche Taucher machen sich gerade zum Tauchgang bereit und sorgen dafür, dass die Fahrt entlang des Sees niemals langweilig wird. Je weiter wir uns dem Norden des Sees nähern, desto mehr weiße Segelboote sind zu sehen. Kein Wunder, ist doch der Attersee für seinen Rosenwind bekannt und berüchtigt. Dieser Schönwetterwind bläst bei Sonnenschein aus Nordöstlicher Richtung über das Wasser, beginnt zu Mittag und ist der Traum jedes Seglers. Seinen Namen soll er aus jener Zeit haben, als die Rosen im Garten von Schloss Kammer besonders schön blühten und deren Duft vom Wind über den ganzen See getragen wurde. Eine Erklärung, die wohl nicht ganz ernst zu nehmen ist. Wir finden sie trotzdem wunderschön, als Schloss Kammer vor uns auftaucht und wir das Ziel unserer Fahrt, zumindest für heute, so gut wie erreicht haben. Gemütlich setzen wir uns auf ein Bankerl in der örtlichen Marina und sehen dem geschäftigen Treiben zu. Hafenwart Sigi erzählt uns, dass dies der größte Hafen der Region sei und hier Segler aus ganz Europa ihrer Leidenschaft nachgehen. Über die Agerbrücke erreichen wir später Seewalchen, sperren unsere Räder ab und legen uns im Strandbad ans Wasser. Einzigartig ist neben dem imposanten Blick auf das Schloss sicherlich der Sprungturm, von dem sich Mutige aus bis zu zehn Metern in die Fluten stürzen. Müde aber glücklich geht es nach dem Abendessen und einem kurzen Spaziergang ins Bett. Morgen wartet der letzte Tag mit einem weiteren Höhepunkt auf uns.

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Klimt, Pfahlbauten und wir im Kajak mittendrin

Noch während wir in der Früh beim Frühstück sitzen, stößt Jürgen vom örtlichen Bootsverleih zu uns und beginnt bei einem Kaffee gleich einmal zu erzählen. Über den Attersee, seiner Besonderheiten und natürlich über das Kajakfahren, das hier besonders schön ist. Nachdem wir unsere Siebensachen zusammenhaben, bringt er uns zum Hafen, wo bereits zwei Kajaks auf uns warten. Kurze Einführung, Verstauen unseres kleinen Gepäcks und schon geht es los hinaus aufs Wasser. Wir können uns ruhig Zeit lassen, die Boote sind den ganzen Tag für uns gebucht, ruft er uns lachend hinterher und schon liegt das Ufer hinter uns. Heute zeigt uns der Attersee sein schönstes Türkis. Sein Farbenspiel zog im Laufe der Zeit immer wieder weltberühmte Künstler in ihren Bann, die gerne und oft die Sommermonate hier verbrachten. Wie auch Gustav Klimt, der einige seine Sommer in der Villa Oleander in Kammer, an der wir übrigens gerade vorbeipaddeln, verbrachte. Unzählige Bilder, teils vom Attersee selbst, sind hier entstanden. Das Gustav Klimt Zentrum bei der Marina und der Themenweg zu Ehren des Malers erzählen aus dieser Zeit. Fast bis zur Insel Litzelberg mit seinem entzückenden Schlösschen, führt uns unsere Tour. Dann drehen wir um und sehen uns noch einmal Schloss Kammer vom See aus an. Rauschende Feste sollen im Rittersaal mit Blick auf das Wasser gefeiert worden sein. Damals, in der Blütezeit der Sommerfrische.  

Dass sich Menschen schon vor vielen tausenden von Jahren am Attersee ansiedelten, davon berichten die Reste von Pfahlbausiedlungen, von denen die ersten bereits 1870 gefunden wurden. Über das Leben 3.000 bis 4.000 Jahre vor Christi, der Art zu Wohnen und der Bedeutung der Funde, kann man sich im Pfahlbaupavillon an der Agerbrücke informieren. Nachdem wir unsere Kajaks wieder abgegeben haben, spazieren wir dorthin und staunen nicht schlecht, wo und wie man früher am, bzw. über dem See sein Refugium errichtet hat. Das Salzkammergut hatte wohl schon immer eine große Anziehungskraft auf die Menschen ausgeübt.

Auf der letzten Rad-Etappe unserer Tour, von Seewalchen zurück nach Mondsee, genießen wir noch einmal den Fahrtwind auf unserer Haut und denken an die vergangenen fünf Tage zurück. Was für ein Abenteuer. Die vier Seen, all die schönen Gipfel, spannende Orte und vor allem tolle Begegnungen mit Menschen haben sich tief eingebrannt. Eines ist klar: Wir kommen wieder. Ins Salzkammergut zur Sommerfrische. Mal sehen, welche Erlebnisse diese vier „Sommerfrische-Seen“ und das Salzkammergut dann für uns bereithalten.

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